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Generalversammlung der Raiffeisenbank Irrel

Generalversammlung der Raiffeisenbank Irrel: Mitglieder diskutieren über die Zukunft der Genossenschaft

Vorstand berichtet über schwierige wirtschaftliche und personelle Situation. Von Einmaleffekten geprägtes gutes Ergebnis in 2020. Mitglieder sprechen sich für Fusionsgespräche aus.

Irrel. Am 28. September 2021 fand die diesjährige Generalversammlung der Raiffeisenbank Irrel statt. Über 100 Mitglieder ließen sich von Vorstand und Aufsichtsrat in der Gemeindehalle in Irrel über die aktuelle Lage und Perspektiven der Genossenschaftsbank informieren. Dabei berichteten die Vorstände Norbert Leinen und Manfred Weiland ausführlich über die wirtschaftlichen, personellen und aufsichtsrechtlichen Herausforderungen der Bank. Manfred Weiland formulierte dabei eine klare Botschaft: „Weder schaffen wir es auf unserer derzeitigen wirtschaftlichen Basis unsere aktuellen noch unsere mittelfristigen Probleme als zu kleine Genossenschaftsbank zu lösen.“ Und Norbert Leinen ergänzte: „Nur dank der Kooperation mit der Volksbank Eifel kann die Bank den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten.“ Ihr fehlten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere auf dem Feld der regulatorischen Aufgaben. Für junge, qualifizierte Spezialistinnen und Spezialisten sei die Bank mit einer Bilanzsumme von nur knapp 138 Millionen Euro unattraktiv.

 

Geschäftsjahr 2020 durch Sondereffekte positiv

Für 2020 konnte der Vorstand dank Sondereffekten noch einen durchaus zufriedenstellenden Geschäftsverlauf präsentieren. So hat die Bank in 2020 ihre Kundenkredite, ihre Kundeneinlagen und die Bilanzsumme steigern können.

Insgesamt erhöhte sich die Bilanzsumme um 3,4 Prozent auf knapp 138 Millionen Euro. Die bilanziellen Kundeneinlagen stiegen um 4,8 Prozent auf rund 98 Millionen Euro. „Das Vertrauen unserer Mitglieder sowie Kundinnen und Kunden ist hoch“, betont Vorstand Norbert Leinen. „Die Pandemie führte 2020 zudem dazu, dass die Sparquote allgemein stieg. Das machte sich auch in unserem Einlagengeschäft bemerkbar.“

Auch im Kreditgeschäft erzielte die Genossenschaftsbank 2020 ein weiteres Wachstum. „Wir freuen uns sehr, dass den Einlagenzuflüssen auch ein Kreditzuwachs gegenübersteht. Unseren privaten und gewerblichen Kundinnen und Kunden stehen wir als verlässlicher Finanzierungspartner zur Seite“, unterstreicht Weiland. Das bilanzielle Kundenkreditvolumen stieg um 3,2 Prozent auf ca. 110 Millionen Euro.

Das Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit betrug 765.000 Euro. Es lag damit um rund 70.000 Euro über dem Ergebnis des Vorjahres. Manfred Weiland erläuterte hierzu: „Allein der durch die Übertragung des Warengeschäftes auf die Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel Handelsgesellschaft mbH in Euskirchen entstandene Einmaleffekt beträgt rund 90.000 Euro und liegt damit über dem Ergebniswachstum. Hinzu kommen Erträge aus dem Immobiliengeschäft und ein hohes Provisionsergebnis. Beides wird sich in den kommenden Jahren so nicht fortsetzen.“ Das Ergebnis dürfe nicht den Blick auf die Handlungsnotwendigkeiten verstellen.

 

2021 deutlich schlechteres Ergebnis prognostiziert

Für das Jahr 2021 prognostizierte der Vorstand dann auch ein deutlich schlechteres Ergebnis. Ausgehend von den Geschäftszahlen des ersten Halbjahres werden sich sowohl der Zins- als auch der Provisionsüberschuss rückläufig entwickeln. Das Betriebsergebnis vor Bewertung wird auf 562.000 Euro kalkuliert. Damit würde es nur noch bei 0,40 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsummen liegen. Zum Vergleich: In 2020 lag diese Kennzahl im Durchschnitt aller im Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken organisierten Kreditinstitute bei 0,79 Prozent. Für die Folgejahre sieht der Vorstand zudem einen weiteren Rückgang.

Angesichts dieser Zahlen folgte die Generalversammlung mehrheitlich dem Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand für 2020 keine Dividende auszukehren, sondern den Bilanzgewinn in Höhe von etwa 165.000 Euro komplett den Rücklagen zuzuweisen.

 

Gravierender Personalmangel

Eine weitere Herausforderung entsteht der Bank durch einen deutlichen Personalmangel. Noch 2019 waren in der Bank 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Aktuell sind dies noch 15. Norbert Leinen ordnete diese Entwicklung ein: „Angesichts der schwierigen Zukunftsperspektive unserer Bank schaffen wir es nicht, qualifizierte Kräfte zu gewinnen. Dabei wachsen die Anforderungen sogar noch.“ Zudem berichtete Leinen, dass absehbar sei, dass weitere Mitarbeitende kündigen werden, sollte nicht bald eine zukunftsfähige Perspektive aufgezeigt werden. „Wir können von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht verlangen, auf Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten zu verzichten. Daher habe ich volles Verständnis für diese Entscheidungen.“ Beide Vorstände hoben hervor, dass trotz dieser schwierigen Situation Einsatz und Leistungsbereitschaft vorbildlich seien und dankten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausdrücklich.

 

Neuer Standort für Geschäftsstelle in Irrel

Im Zuge der Flutkatastrophe im Juli 2021 wurde der Kundenbereich der unmittelbar an der Prüm liegenden Geschäftsstelle in Irrel komplett zerstört. Der Vorstand informierte, dass für das Kundengeschäft die Raiffeisenbank Irrel nunmehr Räume der Volksbank Eifel im Ortszentrum anmieten wird, um dort ab dem Frühjahr 2022 Service- und Beratungsleistungen zu erbringen. Der aktuelle Standort in Irrel werde weiterhin von den Verwaltungseinheiten genutzt werden. Norbert Leinen wertete die Neuanmietung in Irrel als ein klares Zeichen, dass das Genossenschaftsbanking in der Region eine Zukunft habe. Er stellte aber auch heraus: „Dafür müssen wir nun sehr zeitnah die Weichen entsprechend stellen. Auf uns alleine gestellt wird dies nicht möglich sein. Die Fusion mit der Volksbank Eifel ist aus unserer Sicht die naheliegende Lösung.“

 

Mitglieder sehen Chance in einer Fusion mit der Volksbank Eifel

In der anschließenden ausführlichen Aussprache wurde deutlich, dass viele Mitglieder diese Einschätzung teilen. Vorstand und Aufsichtsrat wurde für die klare und transparente Information gedankt. In ihren Statements signalisierten Mitglieder ihre Unterstützungsbereitschaft, wenn nun Aufsichtsrat und Vorstand über eine mögliche Fusion mit der Volksbank Eifel sprechen.

 

Aufsichtsratsvorsitzender Nobert Wilmsen verabschiedet

Turnusmäßig liefen die jeweils dreijährigen Mandatsperioden für das Aufsichtsratsmitglied Tobias Hankes, Landwirt in Eisenach, und den Aufsichtsratsvorsitzenden Norbert Wilmsen, Arzt in Irrel, aus. Tobias Hankes wurde einstimmig wieder in den Aufsichtsrat gewählt.

Da Norbert Wilmsen die satzungsmäßige Altersgrenze erreicht hat, stand er nicht zur Wiederwahl und wurde verabschiedet. Wilmsen war seit Juli 2006 Mitglied des Aufsichtsrats und seit 2011 Vorsitzender des Gremiums. Manfred Weiland würdigte das Wirken von Wilmsen und hob hervor, wie fachlich kompetent dieser seine Aufgabe ausführte und dabei immer den Menschen in den Fokus seines Handelns stellte. Wilmsen habe als Aufsichtsratsvorsitzender die Bank durch unruhige Zeiten begleitet und sei dabei für den Vorstand ein stets erreichbarer und zugewandter Ansprechpartner gewesen. Für das enge Miteinander und die stets an der Sache orientierten Gespräche dankte Weiland im Namen von Vorstand, Aufsichtsrat und Mitgliedern.

Norbert Leinen zum Vorstand berufen

Genossenschaftliches Urgestein und erfahrener Banker aus Ehlenz will zusammen mit Manfred Weiland die Zukunft gestalten. Enges Miteinander mit Mitgliedern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Irrel. „Ich freue mich auf eine herausfordernde und spannende Aufgabe.“ So schaut der Eifeler Norbert Leinen auf seine neue Aufgabe als Vorstand der Raiffeisenbank Irrel. Seine Erfahrung aus mehr als 45 Jahren Tätigkeit in Genossenschaftsbanken gibt ihm das erforderliche Rüstzeug, um gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Manfred Weiland die Weichen für das Regionalinstitut neu zu stellen. „Meine erste Station war die damalige Raiffeisenbank Biersdorf-Seffern eG. Auch wenn ich manchmal die Zeit vermisse, als noch in fast jedem Ort eine eigenständige Genossenschaftsbank existierte: Der gegenwärtige Wettbewerb, die Kundenerwartungen und auch die aktuellen regulatorischen Anforderungen sind von Banken dieser Größe schon lange nicht mehr zu stemmen.“ Umso wichtiger sei es, das, was Genossenschaftsbanken schon immer stark gemacht hat, zu kombinieren mit effizienten, leistungsfähigen sowie modernen Strukturen und Prozessen.

Leinen ist ein genossenschaftliches Eigengewächs. Als 16-Jähriger startete er seine Ausbildung zum Bankkaufmann. Im Jahre 2002, nach drei Fusionen mit anderen kleinen Genossenschaftsbanken, verschmolz die Raiffeisenbank Biersdorf eG mit der damaligen Volksbank Bitburg eG. Leinen wurde hier zum Leiter Private Banking und Finanzmanagement mit Gesamtprokura. Diese Funktion erfüllte er bis Mai 2020 als er in die Passivphase der Altersteilzeit eintrat.

Nach dem Ausscheiden des Vorstandsmitglieds Werner Kemmer zum 31. Dezember 2020 stand die Raiffeisenbank Irrel vor der Herausforderung, kurzfristig einen neuen Vorstand berufen zu müssen. Denn die bankaufsichtlichen Regeln geben vor, dass in jedem Institut ein mindestens zweiköpfiger Vorstand die Verantwortung trägt.

„Wir sind froh, dass wir mit Norbert Leinen einen Vorstand gewinnen konnten, der mit seiner Erfahrung helfen wird, die Zukunft des Genossenschaftsbankings in unserer Region zu sichern.“ So beschreibt Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Wilmsen die zentrale Aufgabe des neuen Vorstands. Wilmsen dankte Leinen dafür, dass er die Altersteilzeit mit einem Vorstandsposten getauscht hat, um der Raiffeisenbank Irrel aus einer schwierigen Lage zu helfen. Denn für junge Nachwuchskräfte war der Vorstandsposten in einer Bank dieser Größe unattraktiv.

Norbert Leinen: „Ich bin für das entgegengebrachte Vertrauen dankbar und freue mich, gemeinsam mit Manfred Weiland unsere Aufgabe als Vorstand zu erfüllen.“ Der neue Vorstand ist sich der Herausforderung bewusst. Seit der abgelehnten Fusion im Jahr 2020 habe sich an der Situation der Raiffeisenbank Irrel wenig geändert: Wachsende Meldepflichten, steigende regulatorische Anforderungen, hoher Investitionsbedarf in eine noch bessere Beratung, Aufwand für die Digitalisierung, Nullzinsumfeld und Herausforderungen bei der Personalgewinnung: Das sei ein Themenstrauß, der Banken dieser Größe an ihre Grenzen bringt. Die Fusion mit der Volksbank Eifel eG hätte Voraussetzungen geschaffen, ein starkes und attraktives Genossenschaftsbanking im Geschäftsgebiet der Raiffeisenbank Irrel eG auch für künftige Generationen zu erhalten.

Welche Optionen aber hat die Bank? Leinen kennt aus eigener Erfahrung die hohe emotionale Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Mitgliedern mit ihrer Bank. „Banken dieser Größe können die aktuellen Anforderungen nicht mehr erfüllen. Und da gilt wie in anderen Lebensbereichen auch: Die Herausforderung annehmen und die Zukunft gestalten! Das tun wir gemeinsam mit den Mitgliedern, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

Leinens Kollege Manfred Weiland freut sich auf eine gute Zusammenarbeit. „Norbert Leinen ist aus der Region und weiß, wie kleine Genossenschaftsbanken ticken. Wir haben nun die Chance, gemeinsam mit unseren Mitgliedern die richtigen Schritte zu tun, um für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Perspektiven zu schaffen sowie für unsere Mitglieder ein leistungsfähiges und zukunftsfähiges Genossenschaftsbanking zu gestalten.“

 

Leiten die Raiffeisenbank Irrel: Manfred Weiland (links) und Norbert Leinen, der zum 1. April neu in den Vorstand berufen wurde.